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bunte Strandkörbe Möve am Strand das Wappen von Nordfriesland Deichschafe Sonnenuntergang

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Das Watt und die Gezeiten

blühender Queller im Watt

der junge, grüne Queller ist übrigens essbar

Das einzigartige Wattenmeer spielt für den Tourismus und die Erholung eine besondere Rolle. Der Genuss des Wattwanderns - wie an den meisten Stellen auch der des Badens - ist an der Nordseeküste von den Gezeiten abhängig. Es ist daher nicht ganz unwichtig, sich mit den Tiden, wie die Gezeiten auch genannt werden, deren Besonderheiten, aber auch den Gefahren, ein wenig näher zu befassen.

Das Watt sind die Flächen der Nordseeküste, die bei Niedrig­wasser trocken fallen. Oder anders ausgedrückt, Watt ist zeitweise begeh­barer Meeresgrund. Dieser ist jedoch nicht überall von gleicher Konsistenz. Man unterscheidet drei Watt­boden­arten, auf denen es sich unterschiedlich gut laufen lässt. Am Schönsten zum Wattwandern ist ohne Zweifel das Sandwatt mit seiner festen Oberfläche. Ebenfalls noch relativ gut zum Laufen eignet sich das weit verbreitete Mischwatt. Das gerade im Bereich von Lahnungen auftretende Schlickwatt birgt dagegen die Gefahr des Einsinkens und Ausrutschens und sollte deshalb mit Vorsicht betreten werden. Am Ende der Seite sind ein paar Links mit weiteren Informationen zum Watt an sich und zu geführten Wattwanderungen aufgeführt.

Das Laufen auf dem Meeresgrund ist ein einmaliges Erlebnis. Es gibt viele Stellen, die sich dafür anbieten. Wer das erste Mal eine Wattwanderung unternehmen möchte, dem empfehlen wir ausdrücklich eine geführte Wanderung. Neben interessanten Einblicken in Flora und Fauna lernt man auch wichtige Regeln für das richtige Verhalten im Watt. Zum einen gehört das Wattenmeer zum Nationalpark, der seit 2009 auch zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Zum anderen gibt es Gefahren, die man nicht unterschätzen, die man aber auf jeden Fall kennen sollte. Doch wir möchten Ihnen damit keine Angst machen. Wenn Sie ein paar Regeln beachten, ist das Wattlaufen ein entspanntes Vergnügen.

Watt, Pril und Lahnung vor Lüttmoorsiel

Watt, Pril und Lahnung vor Lüttmoorsiel

Ganz besonders erwähnen möchten wir an dieser Stelle die Möglichkeit zur Hallig Nordstrandischmoor zu wandern. Auch für diese etwa 3,5 km lange Route gibt es viele Angebote geführter Wanderungen. Wenn Sie alleine laufen möchten, beginnen Sie die Tour an der Badestelle Lüttmoorsiel etwa zwischen der zweiten und dritten ins Watt führenden Treppe. Von dort folgen Sie den mit Fahnen versehenen Priggen. Diese werden jedes Jahr vom Betreiber des Hallig-Krogs neu gesetzt und so können Sie sicher sein, größtenteils auf gut begehbaren Wattboden zu laufen. Versuchen Sie auf keinen Fall den Weg abzukürzen, da Sie im Bereich der Lahnungen in der Regel auf extrem weichen Wattboden und Schlick treffen. Die Gefahr des knietiefen Einsinkens ist dann relativ groß.

Ansonsten kann diese Wanderung während einer Ebbe-Flut-Phase – unter Beachtung der nachfolgenden Regeln – gut bewältigt werden. Für eine Strecke kann man etwa 1 ½ bis 2 Stunden rechnen. Auf der Neuwarft lädt dann der Hallig-Krog zu einer entspannten Jause zwischen Hin- und Rückweg ein. Interessant ist natürlich ein kleiner Rundgang über die Hallig und wenn möglich sollten Sie dabei einen Blick auf den Hallig-Friedhof werfen.

Aber es muss ja nicht unbedingt eine große Wattwanderung sein. Wenn Sie lediglich Watt-„Spaziergänge” unternehmen möchten oder mit Kindern gefahrlos rumtollen wollen, dann bieten sich hierzu gerade die strandnahen Watten bei Fuhlehörn (Nordstrand) oder vor Lüttmoorsiel (Struckumer Badestelle) in idealer Weise an. Die für Kinder ideale Badestelle Fulehörn liegt im Westen der Insel Nordstrand. Hier beginnt der Wattwanderweg zur Hallig Südfall, die jedoch nur angemeldet und geführt betreten werden darf. Ansonsten ist dieser bucht­artige Strandabschnitt jedoch hervorragend für das Wattlaufen geeignet.

Hinweise für das Wandern im Watt

Das Wandern im Watt ist ein faszinierendes Erlebnis. Aber das Watt birgt auch Risiken. Wenn Sie nur in Ufernähe an den Badestellen Lüttmoorsiel oder Fulehörn mit vielen weiteren Gästen ein wenig barfuß über den Meeresboden schlendern möchten, brauchen Sie ganz sicher keine großen Sorge zu haben. Aber bereits wenn Sie etwas abseits alleine laufen, einen Priel durchqueren oder sich gar ein Stück weit vom Ufer weg begeben, sollten Sie unbedingt einige Hinweise im Hinterkopf behalten.

hellroter Knopf  Kopie eines Artikels aus den Husumer Nachrichten mit Hinweisen für Wattwanderer (von Friedemann Kohler)

hellroter Knopf  Ein paar Expertentipps auf der Seite der Seenotretter

Unabhängig von den Hinweisen der Seenotretter und ergänzend zu dem Artikel von Friedemann Kohler nachfolgend auch hier noch in Stichworten ein paar Regeln für Ihre Wattwanderung. Weiter ausführliche Informationen halten übrigens auch die Tourist-Infos der Region und verschiedene Informations-Stellen entlang der Küste bereit.

  • Erkundigen Sie sich anhand eines Tidenkalenders über die Zeiten von Niedrig- und vor allem Hochwasser für
    genau den Ort, an dem Sie ins Watt möchten.
  • Achten Sie unbedingt auf die Windvorhersage. Windstärke und Windrichtung beeinflussen das ab- und auf-
    laufende Wasser, so dass das Hochwasser viel eher und schneller auftreffen kann.
  • Gehen Sie nie bei auflaufendem Wasser ins Watt, sondern starten Sie immer mit dem ablaufenden Wasser.
  • Gehen Sie (ohne Führer) nie zu weit ins Watt.
  • Gehen Sie nicht bei Nebel, nicht bei Dunkelheit und nicht bei Gewitter ins Watt.
  • Vorsicht bei Prielen! Durchqueren Sie keine tiefen oder stark strömenden Priele.
  • Zu Ihrer Grundausstattung bei einer Wattwanderung sollte unbedingt ein Kompass, Sonnenschutz
    (Kopfbedeckung), ein Erste-Hilfe-Set (scharfkantige Muscheln) und genügend Wasser gehören.
  • Und wie bei einer größeren Bergwanderung auch: Informieren Sie jemanden, wo und wann Sie ins Watt gehen
    wollen.
Wattwandern zur Hallig Nordstrandischmoor Wattwanderin vor Fähre Reiter im Watt vor Fuhlehörn
Wattwanderung zur Hallig
Nordstrandischmoor
Wattwanderin vor Dagebüll
Reiter im Watt vor Fuhlehörn
im Hintergrund Pellworm

Wer es genau wissen möchte: Ein bisschen Physik ...

Ebbe und Flut sind eine direkte Auswirkung der Anziehungskräfte zwischen Erde und Mond sowie ihren Bewegungen zueinander. Die Erde und ihr Trabant bewegen sich wie zwei Kinder, die sich drehend an den Händen halten, um einen gemeinsamen Drehpunkt. Dieser Drehpunkt befindet sich bedingt durch die unterschiedlichen Massen der beiden Himmelskörper innerhalb der Erde. (etwa 2300 km unterhalb der Erdoberfläche). Während auf der dem Mond zu­ge­wandten Seite die Anziehungskraft des Mondes einen Wellenberg erzeugt, wird dieser auf der dem Mond abgewandten Seite durch die Fliehkraft des Tandems aufgetürmt. Nur am Rande: Dieser von der Fliehkraft bewirkte Berg ist etwas niedriger, als der von der Mondanziehung erzeugte. Da die Mondumlaufzeit - ein kompletter Mondumlauf beträgt im Mittel 29,53 Tage - wesentlich länger dauert als die Umdrehung der Erde - eine Umdrehung beträgt durchschnittlich etwa 23 Stunden und 56 Minuten - dreht sich die Erde zweimal am Tag unter diesen Wellenbergen hindurch.

Mit den gleichen physikalischen, aber anderen zeitlichen Zusammenhängen beeinflusst auch die Sonne das Geschehen an der Nordseeküste. Liegen Sonne und Mond auf einer Linie zur Erde, bei Neu- oder Vollmond, so addieren sich die Kräfte und die Flutberge steigen höher als normal, es entsteht eine sogenannte Springtide. Stehen Mond und Sonne dagegen im rechten Winkel zur Erde, so verringert sich der Einfluss des Mondes, die Flutberge fallen niedriger aus, wir erhalten eine Nipptide.

... und ergänzendes „Knoff-hoff”

Das tägliche Ab- und Auflaufen des Wassers ist also eigentlich eine Folge der Erddrehung. Zudem werden die Flutwellen nicht in der flachen Nordsee erzeugt, sondern Ebbe und Flut sind eine Auswirkung der tatsächlich erzeugten Wellenberge auf dem Atlantik, die das Wasser (jeweils verzögert) aus dem Bereich der Nordsee absaugen oder dort hineindrücken. Abhängig von der jeweiligen Topografie des Meeresgrundes wie auch der Küstenformen fließt das Wasser dabei nicht nur unterschiedlich schnell, sondern schwappt auch noch unregelmäßig hin und her. Aufgrund dieses kom­plexen Zusammenspiels ergeben sich einige wichtige Aspekte:

  1. Der Tidenhub ist nicht überall gleichmäßig. Er schwankt in der Deutschen Bucht zwischen 1,5 und 3,5 Metern. Zum Vergleich: An der Küste der Bretagne kann dieser bis zu 12 Meter, im Osten Kanadas sogar bis 21 Meter erreichen.
  2. Die Scheitelpunkte von Ebbe und Flut stellen sich an verschiedenen Küstenabschnitten zu unterschiedlichen Zeiten ein.
  3. Die Zeitpunkte an denen die Scheitelpunkte von Ebbe und Flut erreicht werden verschieben sich von Tag zu Tag!
  4. Die Fließgeschwindigkeit des auflaufenden - und natürlich auch ablaufenden - Wassers ist je nach Küstenabschnitt unterschiedlich schnell.

Wann ist noch mal Ebbe?

Wie schon weiter oben erwähnt, korrespondieren die Umlaufzeiten von Erde und Mond nicht exakt mit unseren Tages- und Monatslängen. Zudem ist das Zusammenspiel noch von weiteren Faktoren abhängig, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Kurz gesagt, ist die Berechnung von Ebbe und Flut sehr aufwendig und nicht über längere Zeiträume im Voraus exakt machbar. Für touristisch interessante Plätze an der Küste gibt es jedoch relativ genaue Tiden-Kalender, aus denen die zu erwartenden Scheitel­punkte von Ebbe und Flut, und damit die günstigsten Zeiten für das Wattwandern und auch Baden abgelesen werden können. Bezogen auf einen bestimmten Punkt können zudem folgende Regeln aufgestellt werden:

Ein Tidenzyklus dauert etwa 12 Stunden und 25 Minuten, wobei das auflaufende Wasser ungefähr sechs Stunden bis zum Scheitelpunkt braucht, das ablaufende dagegen 6 Stunden und 25 Minuten! Da der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde jeden Tag ein Stück weiter rückt (1/28, entsprechend circa 13°) verschieben sich von Tag zu Tag die Scheitel­punkt-Zeiten. So tritt z.B. das vergleichbare Nachmittag-Hochwasser im Mittel am nächsten Tag erst etwa 48 Minuten später ein.

Zum Schluss noch eine kleine Spitzfindigkeit

Damit es nicht zu gefährlichen Missverständnissen kommt: Ebbe und Flut bezeichnen nicht die Zeitpunkte, an denen die Niedrigst- oder Höchststände erreicht sind, sondern immer die Zeit, die zu diesen Scheitelwerten führt.

  • auflaufendes Wasser = Flut
  • ablaufendes Wasser = Ebbe

Nur der höchste Stand des Wassers, also der Zustand, in dem das Wasser quasi still steht, wird Hochwasser genannt, der niedrigste Wasser­stand folglich Niedrigwasser.


weitere interessante Internetadressen:

hellroter Knopf   Wann ist Ebbe, wann ist Flut? Gezeitenrechner

hellroter Knopf   Allgemeine Hochwasser- und Sturmflutinformation für Schleswig-Holstein

hellroter Knopf   Geführte Wattwanderungen, auch mit Wattrollstuhl (Christine Dethleffsen aus Bredstedt)

hellroter Knopf   Wattwandern in Nordfriesland (Wattenmeer & Mehr)

hellroter Knopf   Wattwanderungen an der Nordsee (Infos von der Nordsee Tourismus GmbH)

hellroter Knopf   Wattwanderungen von Dagebüll mit Dagebüller Nationalpark-Wattführern

hellroter Knopf   Wattwanderung von Pellworm zur Hallig Süderoog

hellroter Knopf   Infoseite der Nordsee Tourismus GmbH über Naturveranstaltungen im Wattenmeer

hellroter Knopf   Informationen zum Wattwandern auf Wikipedia

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